Das St.Galler Modell für Destinationsmanagement

kombiniert Theorie und Praxis in einem umfassenden Ansatz. Das SGDM ermittelt eine marktorientierte, realitätsnahe und zukunftsgerichtete Perspektive auf die Entwicklung touristischer Destinationen.

Der Ansatz befähigt Entscheidungsträger strategische Besucherströme (SBS) zu identifizieren. Diese Ströme ermöglichen ein gemeinsames Verständnis und zielgerichtete Entscheide.



Was ist das SGDM? Wie funktioniert es?

Images: (c) IMP-HSG and Swisscontact

Das St. Galler Modell für Destination Management (SGDM) ist ein Ansatz für marktorientierte Destinationsplanung und -entwicklung.

Der Ansatz hilft touristischen Leistungsträgern und anderen Akteuren in der Destination (Stakeholder) die Vielfalt der Nachfrage in einem bestimmten Gebiet zu verstehen. Kurz gesagt: Das SGDM fasst das räumliche Verhalten von Touristen und Besuchern zusammen, um deren Profile und Aktivitäten zu verstehen (Was tun sie? Wo? Mit wem? Wie viel geben sie aus? usw.). Ein Verständnis der Destination als Portfolio von strategischen Besucherströmen (SBS) hilft Entscheidungsträgern Projekte, Produkte, und Dienstleistungen mit Reisebeweggründen und Gästeverhalten in Einklang zu bringen sowie notwendige Aktivitäten und Prozesse zu orchestrieren.

In der Praxis folgt die Umsetzung des Ansatzes sechs Schritten:

  1. Reiseströme identifizieren und strategische Besucherströme (SBS) definieren, zeichnen und beschreiben.
  2. Variable Geometrie durch Überlappung der SBS erstellen und diskutieren sowie das SBS Portfolio beurteilen.
  3. Nachfrage- und Angebotsnetzwerke analysieren und deren Stellhebel und Einflussmechanismen rekonstruieren.
  4. Management- und Marketingprozesse pro SBS mit zentralen Akteuren beschreiben und Aufgabenteilung vornehmen.
  5. Abstimmung von Aktivitäten und Projekten verschiedener Akteure und Organisationen entlang der SBS sowie Ressourcen und Kompetenzen planen und einsetzen.
  6. Aktualisierung der SBS, der Management- und Marketingprozesse und des Ressourceneinsatzes sowie laufende Moderation der Lern- und Entscheidungsprozesse auf Destinationsebene.

Über den Tourismus hinaus bieten sich Anwendungsmöglichkeiten in anderen Netzwerkindustrien mit standort-bezogener Co-Produktion, die auf ein Verständnis des räumlichen Verhaltens der Kunden und Erlebnisse aus Prozessperspektive angewiesen sind (bspw. Immobilienplanung und Entwicklung, Transport und öffentlicher Verkehr, Stadt- und Raumplanung, usw.).

Für wen ist das Modell geeignet?

Entwickelt für und mit der Praxis

Das SGDM und der damit verbundene Ansatz richten sich an Vertreter von:

  • Touristischen Leistungsträgern (bspw. Hotels, Gastronomie, Attraktionsbetreiber, Bergbahnen, Museen, etc.).
  • Tourismusorganisationen
  • Öffentliche Verwaltung und Institutionen
  • Entwicklungsorganisationen
  • Regionalplaner
  • Infrastrukturentwickler und -planer

Unsere Praxiserfahrung beruht auf Projekten mit mehr als 30 Destinationen in Europa, Afrika und Asien sowie aktuelle Forschungserkenntnisse aus den Bereichen Destinationsmanagement und -marketing. Praxispublikationen bieten Möglichkeiten zur Vertiefung des Themas.

... basierend auf langjähriger Forschung.

Für Forschende und Studierende in den Disziplinen Tourismus und Destinationsmanagement bietet das SGDM eine neues Verständnis und eine neue Art der Modellierung von touristischen Destinationen als komplexes System von Abhängigkeiten - aktiviert durch Besucher in bestimmten Gebieten für definierte Zeitperioden.

Weitere Informationen zu laufenden Forschungsarbeiten bietet die Konferenz «Advances in Destination Management» sowie der Abschnitt akademische Publikationen

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